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Die Futtermittelindustrie macht es dem Tierhalter
leicht: Es werden Alleinfutter
angeboten, die alle wichtigen Nährstoffe enthalten. Man braucht bei hochwertigen
Futtermitteln nichts zuzufüttern. Im Gegenteil, oft ist die zusätzliche
Zufuhr von anderen Stoffen, das gilt auch für einige Vitamine und Mineralien,
sogar schädlich, weil damit eine Überversorgung entstehen kann. Aber
es gibt Situationen, in denen besondere Anforderungen an die Ernährung gestellt
werden. Dann ist der Bedarf an bestimmten Nährstoffen höher: z.B. während
des Wachstums, bei besonderen körperlichen Belastungen, bei Krankheiten,
wenn die Hündin/Kätzin trächtig ist oder ihre Welpen mit Milch
versorgen muss.
Bei der Welpenaufzucht muss bei Hunden unbedingt
unterschieden werden zwischen
großwüchsigen (Endgewicht > 20 kg) und kleinwüchsigen (Endgewicht < 20
kg) Hunderassen! Gute Futtermittelfirmen bieten hier unterschiedliche Futtermittel
an. Das ist absolut notwendig, da Hunde größerer Rassen einen ganz
anderen Nährstoffbedarf haben als die kleineren: insbesondere der Energie-
und der Calciumbedarf ist sehr verschieden! Powert man einen Hund durch falsches
Futter zu schnell in die Höhe, können Gelenksschäden gesetzt
werden, die sich beim Erwachsenen Hund bemerkbar machen werden.
Wer seinen Katzen-Welpen
(hier muss nicht auf Größenunterschiede geachtet
werden) oder Hunde-Welpen (auf Größenunterschied achten) speziell
hergestelltes Futter anbietet, braucht sich um keinen Futterzusatz zu kümmern.
Der Welpe braucht dann nichts anderes, denn die Nährstoffe sind im Welpenfutter
so dosiert, dass die Ration optimal dem wachsenden Organismus angepasst ist.
Insbesondere Calcium-Präparate dürfen definitiv nicht zugefüttert
werden!
Doch es ist nicht alleine damit getan, ein Alleinfutter
zu kaufen und dem Hund zum Verzehr anzubieten. Für eine gesunde Ernährung
gibt es doch einiges zu beachten:
Halten Sie feste Fütterungszeiten ein: Am besten füttern Sie
ihren Freund zwei- (erwachsene Tiere) oder drei- bis viermal (Welpen) am
Tag.
Ob Sie Feucht- oder Trockenfutter bevorzugen,
bleibt Ihnen überlassen.
Von der Qualität her gibt es kaum Unterschiede. Trockenfutter kann
auch problemlos zu jeder Mahlzeit mit Feuchtfutter gemischt werden. Trockenfutter
kann trocken
oder mit Wasser vermischt angeboten werden – ganz nach Geschmack
des Vierbeiners.
Natürlich muss Wasser immer in einem Extranapf mit freiem Zugang
auch zwischen den Mahlzeiten angeboten werden.
» nach oben Der Hersteller des Futters
gibt in der Regel die tägliche Futtermenge an – je
nach Gewicht des Tieres. Es gibt aber starke individuelle Unterschiede
im Futterbedarf. Halten Sie sich zunächst an die empfohlene Futtermenge,
und stellen Sie Ihren Vierbeiner wöchentlich auf die Waage. Dadurch
kann man genau erkennen, ob Ihr Vierbeiner zu- oder abnimmt.
Dann brauchen
Sie nur noch etwas mehr oder weniger zu füttern, damit Ihr
Freund sein optimales Gewicht hält. Alle Leckereien müssen
aber in die Rechnung mit einbezogen werden. Wenn Sie nicht wissen,
wieviel der Hund wiegen
sollte, fragen Sie uns! Es ergeben sich weniger Probleme mit Fettleibigkeit,
wenn Sie rechtzeitig auf das Gewicht Ihres Hundes achten. Übergewichtige
Hunde neigen eher zu verschiedenen Krankheiten. Zu dünne Hunde
sind aber auch nicht erstrebenswert.
Nicht jedes Tier verträgt
jedes Futter. Es kann durchaus sein, dass ein Tier mit Blähungen
oder sogar mit Durchfall auf ein bestimmtes Futter reagiert. Auch
die Verdaulichkeit der Nährstoffe kann in den Futtermitteln
unterschiedlich sein: Sie ist niedrig, wenn das Tier viel von dem
Futter essen muss, um satt
zu werden und um sein Gewicht zu halten und hinterher voluminöse, „große
Geschäfte“ erledigt. Bei guter Verdaulichkeit des Futters
reicht eine geringe Fütterungsmenge aus, damit das Tier satt
wird. Nach dem Essen soll man ruhen. Diese Regel gilt ebenso für
Vierbeiner. Das Futter wird besser verdaut und Krankheiten, die
durch Herumtoben bei vollem Magen entstehen können
(Magendrehung) werden nicht provoziert.
Hunden werden gerne Knochen
angeboten. Bedenken Sie aber dabei: Viele Knochen haben scharfe
Enden oder splittern leicht. Dadurch
können schwere Verletzungen
im Bereich von Speiseröhre, Magen und Darm entstehen. Besonders ältere
Hunde können Knochen oft schlecht verdauen. Sehr unangenehme
und schmerzhafte Verstopfungen sind die Folge. Um das zu vermeiden,
sollte man besser ganz auf
die Fütterung von Knochen verzichten.
Rohes Fleisch kann
verschiedene Krankheitserreger enthalten, die zum Teil auf
Hund und Katze übertragen werden können.
Daher ist es ratsam von der Fütterung von rohem Fleisch
ganz abzusehen!
Der Futtermittelmarkt ist voll von Anbietern,
die allesamt der Meinung sind ihr Futter sei alleinig das Beste!
Wir helfen Ihnen
gern bei
der individuellen Auswahl,
angepasst an die Aktivität und und das Alter Ihres Vierbeiners.
Wenn
Sie selber gern mehr über die Ernährung Ihres Vierbeiners
wissen möchten schauen Sie doch mal in unsere Literaturempfehlungen
rein!
Hunde:
„Ernährung des Hundes“ von Helmut Meyer, Eugen Ulmer-Verlag
ISBN 3-8001-4363-1
Die richtige Ernährung ist die wichtigste Voraussetzung für
die Gesundheit und Vitalität des Hundes. Das Buch behandelt
sowohl die wissenschaftlichen Grundlagen der Hundeernährung
als auch die zahlreichen Fragen der täglichen
Fütterungspraxis, einschließlich der diätetischen
Ernährung
bei verschiedenen Krankheiten. Es wendet sich an die tierärztliche
Hochschule und Praxis ebenso wie an alle Hundezüchter
und Hundehalter, die ihre Hunde nicht nur nach Gefühl,
sondern auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse ernähren
wollen. Entsprechend zielgerichtet und ausgewogen sind
die theoretischen Grundlagen und praktischen fragen dargestellt.
Außer der Futtermittelkunde
und der Fütterung werden Nahrungsaufnahme und Verdauung,
Stoffwechsel und Nährstoffbedarf, Störungen und
Erkrankungen im Verdauungskanal und die Diätetik behandelt.
Der Text ist so abgefasst, dass er auch für
den Laien leicht verständlich ist.
Katzen und Hunde
Ernährung von Hund und Katze. Leitfaden für Tierärztinnen und
Tierärzte von Linda P. Case, Daniel P. Carey,
Diane A. Hirakawa, Schattauer Verlag, ISBN 3794520211
Die Autoren sind Experten im Bereich der Tierernährung. Ihr Werk basiert
auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen, dennoch ist es praxisnah und
für den täglichen Gebrauch geschrieben. Es richtet sich an Tierärztinnen/Tierärzte
und vermittelt die wichtigsten Gesichtspunkte zur Ernährung und zu den täglich
in der Praxis auftauchenden Fragen:
• Grundprinzipien der Nahrung und Nahrungsfunktion
•
Wechselnde Ernährungsanforderungen im Laufe des Lebens
•
Ernährungsprobleme und Ernährungsfehler
• Auswahl und Herstellung von Tiernahrung
•
Qualitätsvergleich zwischen industriell und selbst hergestellter
Tiernahrung
•
Spezielle Diät bei Stoffwechselkrankheiten und anderen Erkrankungen, die
durch Diät beeinflussbar sind
•
Ein kompetentes Handbuch und Nachschlagewerk zur Ernährung
von Hunden und Katzen
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