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Sommerzeit ist Nestlingszeit. Überall wo man
hinsieht, gehen Vögel
aller Arten ihrem Brutverhalten nach.
Häufig kommt es vor, dass die Jungtiere
das Nest verlassen, bevor das Großgefieder ausgewachsen ist. Sie sind
in diesem Zustand noch flugunfähig.
Dies bedeutet allerdings nicht, dass die Tiere von ihren Eltern verlassen
werden. Diese füttern ihren Nachwuchs auch außerhalb des Nestes
noch mehrere Tage weiter.
Leider kommt es viel zu häufig vor, das Tierfreunde
aus Unkenntnis die Tiere mitnehmen, da sie denken, dass die Vögel
aus dem Nest gefallen sind und nun verhungern müssten. Doch durch
die künstliche
Aufzucht sinken die Überlebenschancen für den Jungvogel drastisch,
weil die meisten Betreuer unerfahren sind und über die Bedürfnisse
der einzelnen Arten wenig wissen. Hinzu kommt die schnelle Menschenprägung,
welche die Wiederauswilderung erschwert. Die Haltung der meisten Wildvögel
ist aber vom Gesetzgeber verboten.
Wie verhält man sich richtig?
Am besten beobachtet man den Jungvogel aus der Ferne. Nach Möglichkeit
eine Stunde lang. So lässt sich feststellen, ob das Tier wirklich
von den Eltern verlassen wurde oder ob sich diese nur kurzfristig entfernt
haben.
Taucht nach dieser Zeit kein Elterntier auf und fühlt sich das Junge
kalt an, so kann man davon ausgehen, dass es schon längere Zeit
verlassen ist. Sollten ihre Kinder einmal einen Vogel mit nach Hause
bringen, der munter und
gut genährt ist, sollte dieser unverzüglich an seinen Ausgangspunkt
zurückgebracht und aus der Ferne noch einige Zeit beobachtet werden.
Einen, ohne Deckung auf dem Boden oder an anderen
gefährlichen Stellen
sitzenden Jungvogel kann man ohne Bedenken an einen sichereren Platz
setzen, da im Gegensatz zu Säugetieren dem Vogel der menschliche
Geruch nicht stört.
Kranke oder verletzte Tiere erkennt man am
aufgeplusterten Gefieder, halbgeschlossenen Augen und geringe oder
keine Reaktion auf Umweltreize.
Verletzte Tiere
können
unterschiedlich stark bluten, einen oder beide Flügel nicht
bewegen oder hängen lassen oder eine abnormale Stellung der
Beine aufweisen. Diese Tiere gehören schnellstmöglich in
tierärztliche
Behandlung.
Sollten sie sich trotzdem dazu entschließen einen
Jungvogel aufzuziehen, sollten sie sich über die für die
Art erforderliche Ernährung
informieren, um Mangelerscheinungen vorzubeugen. Ratschläge
und Merkblätter
erhalten sie unter anderem beim Naturschutzbund (NABU) oder der zuständigen
staatlichen Vogelschutzwarte.
Natürlich können sie sich mit Fragen auch an uns wenden.
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