Dr. Wiebke Claaßen
 
KLEINTIERPRAXIS

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Papagei:

Ernährung von Papageien und Sittichen
Gründliche wissenschaftliche Untersuchungen zur Ernährung des Vogels fehlen bisher, ganz anders als bei Hund und Katze, bei denen es vielfache detaillierte Analysen hinsichtlich ihrer Ernährungsbedürfnisse gibt.

Viele Informationen hinsichtlich der Vogelernährung beruhen häufig auf Spekulationen, da über die tatsächliche Nahrung in der freien Natur auch heute noch nichts oder nur sehr wenig bekannt ist. Und nicht jede Art ernährt sich wie die andere.
Dem zukünftigen Papageien- oder Sittichbesitzer wird beim Kauf seines Vogels häufig nur ein Päckchen Futter in die Hand gedrückt. Aber bei der Ernährung ihres Vogels sind mehrere Dinge zu beachten:
• Kein Papagei würde sich in der Wildnis freiwillig nur von Erdnüssen und Sonnenblumenkernen ernähren.
• Die ausschließliche Fütterung von stark ölhaltigen Körnern führt früher oder später zu ernährungsbedingten Mangelerscheinungen, Unfruchtbarkeit und evtl. zum Tode.
• Die alleinige Gabe von Körnerfutter reicht nicht aus, um die Ernährungsbedürfnisse zu decken. Sicherlich nehmen Vögel in der Wildnis auch Körner zu sich, aber nicht in den Mengen, nicht ausschließlich die von Ölsaaten und nicht permanent, sondern je nach jahreszeitlicher Verfügbarkeit.
• Ergänzungen bringen eine schlechte Ernährung nicht in Ordnung und werden bei guter Ernährung nicht gebraucht.
• Erdnüsse sind wegen ihres Pilzgehaltes sehr schädlich und sollten nicht verfüttert werden.

Es ist nicht immer möglich, die Vögel ihrer Art und ihres Alters entsprechend zu ernähren. Hinzu kommt, dass die Haltungsbedingungen hier oft deutlich schlechter sind als in der natürlichen Umgebung. So ist es nicht verwunderlich, dass Ihr Vogel sein ihm angebotenes Futter zunächst skeptisch beäugt. Es braucht etwas Zeit, bis er sich an seine neue Nahrung gewöhnt hat. Manchmal hilft es, unbekannte Nahrungsbestandteile unter schon bekannte zu mischen.

Tauschen Sie doch einmal die Sonnenblumenkerne gegen Kardisaat, Buchweizen, Leinsamen, Glanz- und Negersaat aus. Auch getrocknete Vogelbeeren und Hagebutten können dem Trockenfutter untergemischt werden.
Gekeimte Sämereien sind für viele Vögel nicht nur ein besonderer Leckerbissen, sie sind zudem auch physiologisch wertvoll. Durch den Keimvorgang entstehen leicht resorbierbare Zucker, der Vitamingehalt steigt an. Außerdem entstehen hochverdauliche Eiweiße.
Man wässert das Saatgut für 6-8 Stunden, spült es dann gut ab und verfüttert es.
Zur Abrundung der Ernährung empfiehlt sich der Zusatz eines Vitamin- und Mineralstoffpulvers. Nicht vergessen werden darf die ständige Bereitstellung von Grit. Das sind kleine Steinchen, die vom Vogel aufgenommen werden und für die Zerreibung der Körner (Vögel haben ja keine Zähne) notwendig sind. Gritkörner gibt es in verschiedenen Größen. Sie sollten daher an die Größe des Vogels angepasst werden.
Frische Zweige von Obstbäumen werden von keinem Vogel verschmäht und stellen eine gute Abwechslung dar. Außerdem ist ihr Vogel beschäftigt und als Sitzstangen eignen sich diese Zweige besser als normale Sitzstangen.
Mögliche Bestandteile einer ausgewogenen Ernährung sind u.a.:
Bohnen, Kartoffeln, Reis, Nudeln (alles salzlos gekocht und bevorzugt warm „serviert“), Vollkornbrot, frisches Gemüse, v.a. roter und gelber Paprika, Mais, Gurken, Blumenkohl, Karotten, Brokkoli, außerdem frischer Blattspinat, Löwenzahn, Vogelmiere, sämtliches Obst, v.a. Apfel, Bananen, Kiwis, Melone, Kirschen; Beeren jeglicher Art und was immer sich saisonal anbietet bzw. ihr Vogel bevorzugt.

Vorsicht! Keine Avocados, da diese für Vögel giftig sind.


Weitere gelegentlich einzusetzende Komponenten sind:
Quark, Hüttenkäse, Joghurt, hartgekochtes Eigelb, ab und zu etwas Hartkäse, Fisch und salzlos gekochtes Fleisch

Absolut tabu sind:
Alkohol, salzhaltige Speisen, Koffein und alle Nahrungsmittel, die sehr zucker- und fettreich sind!


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