|
Ernährung von Papageien und Sittichen
Gründliche wissenschaftliche Untersuchungen zur Ernährung des Vogels
fehlen bisher, ganz anders als bei Hund und Katze, bei denen es vielfache detaillierte
Analysen hinsichtlich ihrer Ernährungsbedürfnisse gibt.
Viele Informationen
hinsichtlich der Vogelernährung beruhen häufig
auf Spekulationen, da über die tatsächliche Nahrung in der freien
Natur auch heute noch nichts oder nur sehr wenig bekannt ist. Und nicht jede
Art ernährt sich wie die andere.
Dem zukünftigen Papageien- oder Sittichbesitzer wird beim Kauf seines
Vogels häufig nur ein Päckchen Futter in die Hand gedrückt.
Aber bei der Ernährung ihres Vogels sind mehrere Dinge zu beachten:
•
Kein Papagei würde sich in der Wildnis freiwillig nur von Erdnüssen
und Sonnenblumenkernen ernähren.
•
Die ausschließliche Fütterung von stark ölhaltigen Körnern
führt früher oder später zu ernährungsbedingten Mangelerscheinungen,
Unfruchtbarkeit und evtl. zum Tode.
•
Die alleinige Gabe von Körnerfutter reicht nicht aus, um die Ernährungsbedürfnisse
zu decken. Sicherlich nehmen Vögel in der Wildnis auch Körner zu
sich, aber nicht in den Mengen, nicht ausschließlich die von Ölsaaten
und nicht permanent, sondern je nach jahreszeitlicher Verfügbarkeit.
•
Ergänzungen bringen eine schlechte Ernährung nicht in Ordnung und
werden bei guter Ernährung nicht gebraucht.
•
Erdnüsse sind wegen ihres Pilzgehaltes sehr schädlich und sollten
nicht verfüttert werden.
Es ist nicht immer möglich, die Vögel
ihrer Art und ihres Alters entsprechend zu ernähren. Hinzu kommt,
dass die Haltungsbedingungen hier oft deutlich schlechter sind als in der
natürlichen
Umgebung. So ist es nicht verwunderlich, dass Ihr Vogel sein ihm angebotenes
Futter zunächst
skeptisch beäugt. Es braucht etwas Zeit, bis er sich an seine neue
Nahrung gewöhnt hat. Manchmal hilft es, unbekannte Nahrungsbestandteile
unter schon bekannte zu mischen.
Tauschen Sie doch einmal die Sonnenblumenkerne
gegen Kardisaat, Buchweizen, Leinsamen, Glanz- und Negersaat aus. Auch
getrocknete Vogelbeeren und Hagebutten
können dem Trockenfutter untergemischt werden.
Gekeimte Sämereien sind für viele Vögel nicht nur ein besonderer
Leckerbissen, sie sind zudem auch physiologisch wertvoll. Durch den Keimvorgang
entstehen leicht resorbierbare Zucker, der Vitamingehalt steigt an. Außerdem
entstehen hochverdauliche Eiweiße.
Man wässert das Saatgut für 6-8 Stunden, spült es dann gut ab
und verfüttert es.
Zur Abrundung der Ernährung empfiehlt sich der Zusatz eines Vitamin- und
Mineralstoffpulvers. Nicht vergessen werden darf die ständige Bereitstellung
von Grit. Das sind kleine Steinchen, die vom Vogel aufgenommen werden und für
die Zerreibung der Körner (Vögel haben ja keine Zähne) notwendig
sind. Gritkörner gibt es in verschiedenen Größen. Sie sollten
daher an die Größe des Vogels angepasst werden.
Frische Zweige von Obstbäumen werden von keinem Vogel verschmäht
und stellen eine gute Abwechslung dar. Außerdem ist ihr Vogel beschäftigt
und als Sitzstangen eignen sich diese Zweige besser als normale Sitzstangen.
Mögliche Bestandteile einer ausgewogenen Ernährung sind u.a.:
Bohnen, Kartoffeln, Reis, Nudeln (alles salzlos gekocht und bevorzugt
warm „serviert“),
Vollkornbrot, frisches Gemüse, v.a. roter und gelber Paprika, Mais,
Gurken, Blumenkohl, Karotten, Brokkoli, außerdem frischer Blattspinat,
Löwenzahn,
Vogelmiere, sämtliches Obst, v.a. Apfel, Bananen, Kiwis, Melone,
Kirschen; Beeren jeglicher Art und was immer sich saisonal anbietet bzw.
ihr Vogel bevorzugt.
Vorsicht! Keine Avocados, da diese für Vögel
giftig sind.
Weitere gelegentlich einzusetzende Komponenten sind:
Quark, Hüttenkäse, Joghurt, hartgekochtes Eigelb, ab und zu etwas
Hartkäse, Fisch und salzlos gekochtes Fleisch
Absolut tabu sind:
Alkohol, salzhaltige Speisen, Koffein und alle Nahrungsmittel, die
sehr zucker- und fettreich sind!
|
 |